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Märchen - vor allem die von Jakob und Wilhelm Grimm
gesammelten - bergen altes, tiefes und dabei ganz aktuelles Wissen um die seelische
Entwicklung von uns Menschen. Hinter der vordergründigen Geschichte wird den
jungen Menschen hier praktische Seelenentwicklung, die ohne Widerstände,
Reifezeiten, Herausforderungen und Prüfungen nicht stattfindet, aufgezeigt. Wie
Schwierigkeiten bewältigt werden können, welchen Lohn eine bestandene seelische
Prüfung bringt, werden durch viele Beispiele gesagt, gezeigt. Kinder nehmen diese
Beispiele unbewusst auf, sie schaffen sich ihre eigenen Bilder vom Prinz, von
der Königstochter oder vom "bösen" Wolf, leben in der Geschichte mit, sie fühlen
den Mut, die Freude, die Liebe, die Angst, den Kummer und die Tatkraft der
Heldinnen und Helden und entwickeln damit ihre seelischen Fähigkeiten -
vorstellen/Fantasie, sich einfühlen/Gefühle und handeln/Wille.
Beim Märchen erzählen geht es aber nicht darum,
dass die Kinder die verborgene Bedeutung verstehen, sondern dass die Vorleserin
aus dem Bewusstsein der verborgenen Weisheit erzählt. Für die Kinder verschlingt
der Wolf die Großmutter (die ja vom Jäger bald gerettet wird), für den Erzähler ist klar, dass......
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Es war
einmal...
...und so leben
sie noch heute."
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